Die Geschichte der Harvard T6

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Ob man ihn jetzt Texan, Harvard, SNJ oder einfach T-6 nennt, der North American Aviation T-6 Trainer war eine der wichtigsten Konstruktionen des zweiten Weltkrieges, vielleicht sogar die wichtigste überhaupt in der Geschichte der Fliegerei und wird heute noch viel geflogen und als "Warbird" gesammelt. Er wird sowohl als wertvoller Trainer für diejenigen die "Warbird" fliegen lernen wollen, sowie als Flugzeug zum "Inübunghalten" benutzt. Er eröffnet vielen Piloten wunderbare Stunden als auch fliegerische Herausforderungen!

James H. 'Dutch' Kindelberger, Vorsitzender der North American Aviation Inc. war der Konstrukteur der T6-Serie.

Die North American T-6 ist ein zweisitziger Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit Spornrad und hydraulisch einziehbarem Hauptfahrwerk. Das Luftfahrzeug ist ausgerüstet mit einer Doppelsteuerung und wird von einem luftgekühlten 9-zylinder Sternmotor angetrieben.

Als "billig" zu unterhaltendes Schulflugzeug mit den typischen Merkmalen eines Hochleistungs-Jagdflugzeuges wurde die North American Texan oder Harvard in den späten dreißiger Jahren konstruiert und war seitdem das "Fliegende Klassenzimmer" für tausende Piloten in etwa vierzig Ländern. Sie wurde aus dem Muster BC-1 mit festem Fahrgestell zur Kampfflieger Grundschulung entwickelt, welches 1937 für die USAAF hergestellt und erstmals 1929 in Auftrag gegeben wurde.

Technische Daten, Harvard Mk. IV
Hersteller : North American Aviation Inc.
Bauart : Freitragender Ganzmetalltiefdecker mit Spornrad und hydraulischem Einziehfahrwerk
Baujahr : 1935 - 1956
Spannweite : 12,80 m
Länge : 8,84 m
Höhe : 3,50 m
Flügelfläche : 23,50 m²
Leergewicht : 1.920 kg
Zuladung : 610 kg
max. Abfluggewicht : 2.530 kg
Triebwerk : Pratt&Whitney "Wasp" R-1340 AN-1, Luftgekühlter 9 Zylinder, 4-Takt Sternmotor,
Bohrung * Hub, 146 mm * 146 mm,
Hubraum 22,03 l
Propeller : Hamilton-Standard 2-Blatt Constant-Speed Metall
Obwohl die T-6 als Grundlagentrainer konzipiert war, wurde sie in außerordentlich vielen anderen Rollen eingesetzt, z.B. Fortgeschrittenentrainer, Kampfflugzeug, Abfangjäger, Bomber sowie zur Luftüberwachung. Fast jede Nation der Welt flog dieses Flugzeug oder trainierte seine Piloten darin, teilweise bis zur heutigen Zeit.

Zu Beginn der "Fünfziger" war immer noch Bedarf für ein zuverlässiges Arbeitspferd für das Pilotentraining. 1951/52 setzte die Canadian Car Foundary die Produktion der CCF Harvard Mk. IV fort. Es wurden insgesamt 555 komplett neue Flugzeuge gebaut. Der Bau begann mit übrig gebliebenen Ersatzteilen der Firma Noorduyn Aviation.

Die Harvard Mk. IV hatte eine weniger verstrebte Cockpithaube, ein steuerbares Spornrad, erhöhte Tankkapazität, verbesserte Funkgeräte, Instrumente und Hydraulikanlage. Mit dem U.S. MDA Programm (Mutual Defense Assistance) wurden 285 mit der Typbezeichnung T-6J gekauft und an verschiedene NATO Luftwaffen abgegeben. Die neue deutsche Luftwaffe erhielt 135 CCF Harvard Mk. IV im Jahre 1956 als Fortgeschrittenentrainer.

Der North American AT-16 (Advanced Trainer 16) wurde zu einem der erfolgreichsten Flugzeug der Luftfahrtgeschichte. Der robuste Trainer, von dem mehr als 21.000 Exemplare in den USA, Kanada, Australien, Schweden und Japan gebaut wurden, hat zwar nicht den klingenden Namen seiner Zeitgenossen in der Kampfflugzeugrolle, aber das robuste Schul- und Trainingsflugzeug erfüllte seinen wichtige Rolle in aller Stille und mit genau derselben Zuverlässigkeit. Unzählige Piloten lernten das Flugzeug unter vielen verschiedenen Bezeichnungen kennen: AT-6, T-6, Texan, Harvard, SNJ, Sk.14, C.6 oder K10 W sind einige davon.

Dank der robusten Bauweise und der großen Anzahl gebauter Maschinen fliegen auch heute noch viele Harvards in aller Welt, zum großen Teil befinden sie sich in privaten Händen. Als eines der letzten Länder zog Südafrika vor kurzem seine große Harvard-Flotte aus dem Dienst zurück und ersetzte sie durch Pilatus PC-7 Mk. II Astra.

Die Grundlage für das erfolgreiche Flugzeug legte die U.S. Army (damals gab es noch keine USAF) 1934 mit der Publikation der Spezifikation für ein neues Basis-Trainigsflugzeug. Die Entwicklungsabteilung von North American unter der Führung von J. Lee Atwood entwickelte entsprechend diesen Vorgaben einen Tiefdecker in Ganzmetallbauweise, mit dem junge Piloten, die ihre Grundausbildung auf leichteren Flugzeugen bereits erfolgreich beendet hatten, ihr weiterführendes Training absolvieren sollten.

Der Entwurf erhielt die Bezeichnung NA-16 und startete im April 1935 zu seinem ersten Flug. Im Laufe der folgenden Jahre entstanden unzählige neue Varianten des Flugzeugs, darunter neben tausenden von Schulflugzeugen auch Aufklärer, die im Koreakrieg oder gegen die Mau-Mau in Kenya eingesetzt wurden. Und selbst als Kampfflugzeug eignete sich die Harvard, so in Israel (40er Jahre), Algerien (50er Jahre) und Biafra (60er Jahre).

So verschiedenartige Ausrüstungen wie Bombenracks, Blindfluginstrumente, MG-Kameras und Standard Kameras sowie feste und schwenkbare Maschinengewehre machten die Texan zum Allzwecktrainer. Einige Maschinen wurden für Einsätze in der Arktis mit Schneekufen ausgerüstet, andere wurden zum Zielschleppen verwendet und wenigstens eine Texan konnte sogar die Vernichtung eines U-Bootes für sich verbuchen.

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    Erstellt  :   26.12.2006
    Aktualisiert  :   05.06.2015